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Hilfe für den Alltag: 5 Übungen gegen Rückenbeschwerden

Du kennst das Ziehen im Rücken nach einem langen Tag. Du hast dich hingelegt, gewartet, gehofft dass es besser wird. Hier erfährst du, warum Bewegung die bessere Antwort ist und welche 5 Übungen dir helfen können. 

Stefan Thie
Autor: Stefan Thie
 •  5 Min Lesezeit
Hilfe für den Alltag: 5 Übungen gegen Rückenbeschwerden

Warum der Rücken Alarm schlägt

Du kennst das Gefühl: Du stehst morgens auf und der Rücken zieht. Oder du sitzt den ganzen Tag am Schreibtisch und merkst erst abends, wie verspannt du eigentlich bist. Vielleicht ist es ein dumpfes Ziehen im unteren Rücken, vielleicht ein Stechen, das sich bei jeder Bewegung meldet. Rückenbeschwerden sind in Deutschland längst keine Ausnahme mehr. Laut dem TK-Gesundheitsreport 2026 gehören Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenschmerzen weiterhin zu den häufigsten Ursachen für Krankschreibungen in Deutschland, und das auf konstant hohem Niveau.

Die Ursachen sind meistens dieselben: zu viel Sitzen, zu wenig Bewegung, eine schwache Rumpfmuskulatur und eine Haltung, die den Rücken über Stunden in dieselbe Position zwingt. Der Körper meldet sich irgendwann, weil er muss.

Was viele in diesem Moment tun: sich schonen, hinlegen, warten. Doch viele Studien und Experten aus der Wissenschaft raten in den meisten Fällen genau das Gegenteil: Moderate Bewegung. Die richtigen Übungen und Bewegungen sind sehr oft der Schlüssel zur Besserung. Wer sich zu sehr schont, riskiert, dass die Beschwerden länger bleiben.

Diese Übungen helfen bei den typischen Verspannungen und Beschwerden, die die meisten Menschen kennen. Bei sehr starken oder anhaltenden Schmerzen ist ein Arztbesuch immer der richtige erste Schritt.

Bewegen statt Schonen: Was wirklich hilft

Der erste Impuls bei Rückenbeschwerden ist fast immer derselbe: hinlegen, schonen, warten bis es besser wird. Das fühlt sich richtig an, ist aber in den meisten Fällen kontraproduktiv. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen eindeutig: Frühe, angepasste Bewegung kann die Prognose verbessern, während längere Schonung das Risiko erhöht, dass Beschwerden chronisch werden.

Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie bringt es auf den Punkt: Viele Rückenbeschwerden sind im Grunde Bewegungsmangelprobleme. Der Rücken ist für Bewegung gemacht, nicht für Stillstand.

Das bedeutet nicht, durch den Schmerz hindurch zu trainieren. Es bedeutet, sich moderat und bewusst zu bewegen, auch wenn es zieht. Wer sich zu sehr schont, schwächt die Muskulatur weiter, hemmt die Durchblutung und gibt dem Schmerz mehr Raum als nötig.

Die folgenden fünf Übungen setzen genau hier an. Sie mobilisieren die Wirbelsäule, aktivieren die Tiefenmuskulatur und können Verspannungen gezielt lösen. Kein Equipment, kein großer Zeitaufwand, sofort umsetzbar, egal ob zu Hause oder in der Mittagspause.

 

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5 Übungen gegen Rückenbeschwerden

Du brauchst keine Geräte und keine Vorkenntnisse. Nur eine Matte oder weiche Unterlage und etwa zehn Minuten. Alle fünf Übungen können sofort durchgeführt werden, auch wenn der Rücken gerade zieht. Ein leichtes Ziehen ist normal, stärkere Beschwerden sind ein Stoppsignal.

Übung 1: Knie zur Brust für Entlastung im unteren Rücken

Die Übung wird in Rückenlage ausgeführt. Leg dich auf den Rücken, Beine ausgestreckt, Arme locker neben dem Körper.

  1. Ziehe ein Knie mit beiden Händen langsam zur Brust, so nah wie es sich angenehm anfühlt. Halte die Position 20 bis 30 Sekunden und atme dabei ruhig und gleichmäßig.
    Effekt: Der untere Rücken wird entlastet, der Druck auf die Lendenwirbelsäule reduziert.
  2. Wechsle das Bein und wiederhole die Bewegung auf der anderen Seite.
  3. Zum Abschluss beide Knie gleichzeitig zur Brust ziehen und sanft hin und her wiegen. Effekt: Die gesamte Lendenwirbelsäule wird mobilisiert und entspannt.

2 bis 3 Mal pro Seite wiederholen.

Übung 2: Beckenkippung gegen Verspannungen im unteren Rücken

Die Übung wird in Rückenlage ausgeführt. Leg dich auf den Rücken, Knie angewinkelt, Füße flach und hüftbreit auf dem Boden, Arme locker neben dem Körper.

  1. Kippe das Becken langsam nach vorne, sodass der untere Rücken flach auf dem Boden aufliegt. Kurz halten.
    Effekt: Die Lendenwirbelsäule wird gestreckt, Verspannungen im unteren können gelöst werden.
  2. Kippe das Becken dann wieder zurück in die Ausgangsposition, sodass ein leichter Hohlraum zwischen Rücken und Boden entsteht.
    Effekt: Die Beweglichkeit im unteren Rücken wird gefördert.

Langsam und kontrolliert 10 bis 15 Mal wiederholen.

Übung 3: Katze und Kuh um die Wirbelsäule wieder in Bewegung zu bringen

Die Übung wird im Vierfüßlerstand ausgeführt. Achte darauf, dass deine Handgelenke direkt unter den Schultern und deine Knie direkt unter der Hüfte platziert sind.

  1. Die Kuh (Einatmen) Lass deinen Bauch sanft Richtung Boden sinken, ein leichtes Hohlkreuz entsteht. Hebe den Kopf leicht an und schaue nach vorne oder schräg oben.
    Effekt: Die Vorderseite des Körpers wird gedehnt, die Wirbelsäule sanft gestreckt.
  2. Die Katze (Ausatmen) Drücke deine Hände fest in den Boden und mache deinen Rücken so rund wie möglich, wie ein Katzenbuckel. Ziehe das Kinn Richtung Brust und schaue zu deinem Bauchnabel. Effekt: Die Rückenmuskulatur wird gedehnt, die Wirbelsäule mobilisiert.

Fließend zwischen beiden Positionen wechseln. 10 bis 12 Mal wiederholen.

Übung 4: Brücke zum Aktivieren von Gesäß und Rückenmuskulatur

Die Übung wird in Rückenlage ausgeführt. Leg dich auf den Rücken, Knie angewinkelt, Füße hüftbreit und flach auf dem Boden, Arme locker neben dem Körper.

  1. Drücke die Füße fest in den Boden und hebe das Gesäß langsam an, bis Oberkörper und Oberschenkel eine gerade Linie bilden. 2 bis 3 Sekunden oben halten.
    Effekt: Gesäß und die tiefe Rückenmuskulatur werden aktiviert und gestärkt.
  2. Senke das Gesäß kontrolliert wieder ab, ohne es vollständig auf dem Boden abzulegen.

10 bis 12 Mal wiederholen.

Übung 5: Vogel und Hund zur Stabilisierung der Wirbelsäule

Die Übung wird im Vierfüßlerstand ausgeführt. Handgelenke direkt unter den Schultern, Knie direkt unter der Hüfte, Rücken gerade und neutral.

  1. Strecke gleichzeitig den rechten Arm und das linke Bein gerade nach vorne und hinten aus, parallel zum Boden. 2 bis 3 Sekunden halten.
    Effekt: Die Wirbelsäule wird stabilisiert, die tiefe Rumpfmuskulatur aktiviert.
  2. Kehre kontrolliert zur Ausgangsposition zurück und wechsle die Seite.

Langsam und kontrolliert 8 bis 10 Mal pro Seite wiederholen.


Diese fünf Übungen sind dein erster Schritt. Wer spüren möchte, wie gezieltes Training den Rücken noch tiefer erreicht, ist bei fitbox genau richtig.

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So integrierst du die Übungen in deinen Alltag

Diese fünf Übungen können dir immer sofort helfen, aber natürlich liegt der Schlüssel in der Regelmäßigkeit. Wer sie einmal macht, spürt Erleichterung. Wer sie zur Gewohnheit macht, beugt vor.

Das Gute: Du brauchst dafür keinen extra Termin und keinen freien Nachmittag. Die Übungen lassen sich ganz einfach in deinen Alltag einbauen, wann immer es für dich passt.

Der Frischekick am Morgen: Nutze die Übungen direkt nach dem Aufstehen, um die nächtliche Steifheit aus den Knochen zu schütteln und mobilisiert in den Tag zu starten.

Die aktive Pause: Ideal, um den Fokus zwischendurch neu zu setzen. Egal ob mittags oder zwischen zwei Terminen, eine kurze Einheit lockert die Muskulatur und gibt dir neue Energie für den Rest des Tages.

Die Feierabend Entspannung: Lass den Stress des Tages hinter dir. Ein paar Minuten auf der Matte helfen dir dabei, körperlich und mental abzuschalten und entspannt in den Abend zu gehen.

Und hier kommt der Clou: Du entscheidest, wie es für dich am besten passt. Du kannst dir die fünf Übungen ganz entspannt über den Tag aufteilen, wann immer du eine Minute Zeit hast. Oder du machst sie alle fünf am Stück als kompaktes Programm für deinen Rücken.

Wenn Übungen nicht ausreichen: Der nächste Schritt

Wenn du es schaffst, diese fünf Übungen in deinen Alltag zu integrieren, ist das ein sehr guter Anfang. Sie können dir immer sofort helfen und bringen deinen Rücken wieder in Bewegung.

Jetzt ist der Weg zu einem dauerhaft gesünderen Rücken gar nicht mehr weit. Denn 80 bis 90 Prozent der Rückenprobleme bekommt man durch regelmäßiges Training wieder besser in den Griff. Was das konkret bedeutet und warum EMS dabei so wirksam sein kann, erfährst du in unserem Artikel  >>Das unsichtbare Schutzschild: Wie EMS deinen Rücken stärkt<<.


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